Neun Löschbezirke - Eine Feuerwehr   

Freiwillige Feuerwehr Gemeinde Beckingen

Do, 25.02.2010 (nbi / #7525)
TECHNIK

Atemschutzgeräte


Im Allgemein besteht Atemschutzgeräte aus zwei Hauptbestandteilen:
• einem Atemanschluss („Maske“) und Filter(n) oder
• einem Atemanschluss („Maske“) und einer Einrichtung zum Versorgen mit nicht verunreinigtem Atemgas.

Demnach werden Atemschutzgeräte in
• umluftabhängigen Atemschutz oder
• umluftUNabhängigen Atemschutz
eingeteilt.



Pressluftatmer / Regenerationsgeräte (Umluftunabhängiger Atemschutz)
Enthält die Umgebungsluft zu wenig Sauerstoff, weniger als 17 Vol.-%, oder sind giftige Gase vorhanden, die durch Gas- oder Kombinationsfilter nicht absorbiert werden können und ist die Art und/oder die Konzentration der Atemgifte unbekannt, muss umluftunabhängiger Atemschutz verwendet werden. Meist werden freitragbare Isoliergeräte z. B. Pressluftatmer verwendet. Aufgrund der begrenzten Luftmenge ist jedoch die Einsatzzeit meist auf 15 - 30 Minuten begrenzt. Die Einsatzdauer ist abhängig vom Alter des Geräteträgers, von der körperlichen Leistungsfähigkeit und der Art der Belastung im Einsatz. Wird eine längere Einsatzdauer von mitunter mehreren Stunden erforderlich (zum Beispiel im Bergbau oder im Tunneleinsatz), kommen so genannte Langzeitgeräte, Regenerationsgeräte oder Kreislaufgeräte zum Einsatz.

Da im Einsatz bei der Feuerwehr schwer feststellbar ist, ob wirklich genug Sauerstoff in der Umgebungsluft vorhanden ist, wird hauptsächlich der umluftunabhängige Atemschutz eingesetzt. Die Freiwillige Feuerwehr Gemeinde Beckingen verwendet fast ausschließlich freitragbare Behältergeräte, so genannte Pressluftatmer (PA). Bei dieser Art von Geräten führt der Atemschutzträger die notwendige Atemluft in Druckluftflaschen mit sich.

Hierbei ist zu beachten, dass es sich bei der komprimierten Luft um besonders gereinigte und entölte Atemluft (Umgebungsluft, kein reiner Sauerstoff) handelt und die Behälter daher als Atemluftflaschen bezeichnet werden. Die üblichen Atemschutzgeräte haben Flaschen, in denen die Luft mit 200 oder 300 bar gespeichert ist. Die Flaschen können aus Stahl, aus glasfaserverstärktem Kunststoff (GFK) oder aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK) bestehen. Da man die Luft nicht mit diesem hohen Druck einatmen kann, befindet sich vor der Atemschutzmaske ein Lungenautomat, dem ein Druckminderer vorgebaut ist.




Filtergeräte (Umluftabhängiger Atemschutz)
Vor dem Einsatz von Filtergeräten muss gewährleistet sein, dass mindestens 17 Vol.-% Sauerstoff (bei CO-Filtern mindestens 19 Vol.-% Sauerstoff) in der Atemluft vorhanden ist und die zu filternden Stoffe bekannt sind. Die Einsatzgrenzen der Filtergeräte werden von der Leistungsfähigkeit der Filter bestimmt. Die Stoffe oder Stoffbereiche für die die einzelnen Filter geeignet sind, werden über Farbcodierungen und Buchstaben auf den Filtern angegeben. Des Weiteren wird auch eine maximale Aufnahmefähigkeit der Filter angegeben. Da beim Einatmen in der Maske ein Unterdruck entsteht, können über mögliche Leckagen Schadstoffe in die Atemwege gelangen. Deshalb muss nach Anlegen der Atemschutzmaske eine Dichtigkeitsprobe durchgeführt.




Der Einsatz von Atemschutzgeräten ist in der Feuerwehr-Dienstvorschrift FwDV7 „Atemschutz“ klar geregelt.

NBI

Pressluftatmer

Fotos

(C) NBI