Neun Löschbezirke - Eine Feuerwehr   

Freiwillige Feuerwehr Gemeinde Beckingen

Fr, 20.04.2007 (pha / #6387)
CHRONIK

Chronik des Löschbezirkes Honzrath


LB 5 Honzrath 19. Jahrhundert
Als zu Beginn des 19. Jahrhundert die französischen Revolutionstruppen auch unsere Region besetzten, musste auf Befehl Napoleons aufgrund der Feuerverordnung vom 6. Oktober 1791 in jeder Gemeinde ein Feuerschutz eingerichtet werden. Darin wurde verfügt, dass jede Gemeinde Feuerlöschgeräte wie Eimer, Haken, Leitern, Pumpen und Schläuche anzuschaffen hatten. Alle männlichen Einwohner waren verpflichtet, im Brandfalle Hilfe zu leisten, die Verweigerung war bei Strafe verboten. Mit den Geräten musste mindestens einmal im Jahr geübt werden.
1815 kam Honzrath zu Preußen und schon 1818 wurde durch eine Verfügung der Regierung zu Trier bestimmt, dass aus den Reihen der männlichen Bevölkerung Pflichtlöschmannschaften gebildet werden mussten.

In der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts besaß Honzrath lediglich einige Löschgeräte, eine Feuerspritze war im Nachbarort Haustadt stationiert.


20. Jahrhundert
In Honzrath wurde aufgrund der Feuerpolizeiverordnung für die Rheinprovinz vom 30.11.1906 eine Pflichtfeuerwehr aufgestellt. Am 4.3.1909 gab Gemeindevorsteher Nikolaus Müller den Aushang über ein Mitglieder-Verzeichnis der Pflichtwehr bekannt. Nach dem ersten Weltkrieg war man in Honzrath mit den Möglichkeiten der Brandbekämpfung nicht mehr zufrieden. Die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr gestaltete sich schwierig, weil die männlichen Einwohner die Woche über in den Kohlengruben, andere tagsüber in den Hüttenwerken beschäftigt waren
Am Donnerstag, dem 11. März 1920 wurde im Gasthaus Arweiler in Honzrath die Gründungsversammlung abgehalten. 1. Brandmeister wurde der Unternehmer Johann Müller, 2. Brandmeister Peter Graf. Nach einigen Anschaffungen führte die Freiwillige Feuerwehr Honzrath am Sonntag, dem 19.Oktober 1924 ihre erste Jahresschlussübung durch, von der das älteste uns erhaltene Foto zeugt.

Ende September 1929 wird das erste Gerätehaus fertiggestellt und am 13. Oktober 1929 eingeweiht. 1935 wird für die Feuerwehr Honzrath ein schicksalhaftes Jahr. Mit der Rückgliederung des Saargebietes in das deutsche Reich vollzieht sich auch ein Wandel in der Struktur der Freiwilligen Feuerwehren. Am 1. August 1935 tritt hier das preußische Feuerlöschgesetz vom 15.12.1933 in Kraft, das die Wehren der staatlichen Verwaltung unterstellt. Die vereinsmäßig geführten Feuerwehren werden aufgelöst.
Am 3.7.1942 wird Johann Müller zum Unterkreisführer Beckingen bestimmt. Nach der Ernennung muss die Löschzugführung neu besetzt werden. Matthias Birk wird Löschzugführer, Moritz Kammer sein Stellvertreter.
Zahlreiche Wehrmänner werden in den Kriegsjahren zum Kriegsdienst einberufen. Nach Ende des Krieges bietet sich den heimkehrenden Feuerwehrkameraden ein trostloses Bild. Im Eingang des durch Beschuss schwer beschädigten Spritzenhauses liegt ein Blindgänger, wodurch ein Betreten des Hauses nicht möglich ist. Russische Kriegsgefangene schleppten den Blindgänger zu den Trümmern des bereits zerstörten Spritzenhauses. Die Gerätschaften werden in einer Scheune gelagert. Anfang April 1951 ist das neue Feuerwehrgerätehaus bezugsfertig und wird am Sonntag, dem 22. April eingeweiht.
Am 6. August 1954 wird Helmuth Scholtes zum Wehrführer gewählt. Stellvertreter bleibt Moritz Kammer.
Am 10.August 1961 erhält die Feuerwehr Honzrath durch den Katastrophenschutz einen TLF 8 auf UNIMOG-Fahrgestell.
Am 23.7.1964 wird ein Tragkraftspritzenfahrzeug bestellt und am 24.11.1964 geliefert.
Im Sommer 1967 wird die Jugendwehr gegründet, die von Wehrführer Helmuth Scholtes geleitet wird. Im Laufe des Jahres treten 14 Jugendliche bei. Anlässlich der Jahreshauptversammlung am 18. Februar 1968 übernimmt Richard Schumacher die Betreuung der Jugendwehr und in der Generalversammlung am 9.2.1969 übernimmt Karlheinz Hahn die 11 Mann starke Jugendwehr. Im Jahre 1973 haben die Mitglieder der Jugendwehr ihr 16. Lebensjahr vollendet und sind der aktiven Wehr beigetreten. Am 1. Mai 1973 wird auf initiative von Bürgermeister Schreiner und Wehrführer Helmuth Scholtes die Jugendwehr neu gegründet. Es treten 19 Jugendliche bei.
In der Jahreshauptversammlung vom 2.2.1974 wird Norbert Becker zum stellvertretendem Löschbezirksführer gewählt.
Am Montag dem 30. Oktober 1978 wird mit dem Bau des neuen Feuerwehrgerätehauses begonnen, das am 19. April 1980 eingeweiht wird.
Die Honzrather Wehr holt am 27.8.1980 ihr neues Fahrzeug, ein TSF mit einem Daimler-Benz Fahrgestell 308, bei der Firma Metz in Karlsruhe ab.
Am Montag, dem 1. Juni 1981 bekommt der Löschbezirk Honzrath ein neues Tanklöschfahrzeug TLF 8/18. Am Wochenende 17./18. Oktober 1981 erfolgt die offizielle Übergabe und Einsegnung.
Zur Neuwahl des Löschbezirksführers und seines Stellvertreters lädt Bürgermeister und Chef der Wehr Alois Jacobs für Samstag, den 13. November 1982, in den Schulungsraum des Gerätehauses ein. Helmuth Scholtes kandidiert nach 28-jähriger Führungstätigkeit nicht mehr für dieses Amt. Norbert Becker wird zum Löschbezirksführer gewählt, Karlheinz Hahn zu seinem Stellvertreter.
Der Löschbezirk Honzrath nimmt das neue Fahrzeug LF8 am Dienstag, dem 7. Juli 1992 entgegen.
In der Jahreshauptversammlung am 11.2.2001 löst Alfons Seiwert den stellvertretenden Löschbezirksführer Karlheinz Hahn ab. Löschbezirksführer bleibt weiterhin Norbert Becker.


Dies ist nur ein Auszug aus unserer über 560-seitigen Chronik. Sie enthält neben zahlreichen Einsatzberichten und Dokumenten auch viele zeitgeschichtliche Bilder. Die Geschichte unseres Löschbezirks ist sehr interessant dargestellt. Es besteht die Möglichkeit, sie für 40 € zu erwerben. Schreiben sie uns einfach eine E-Mail an webmaster@feuerwehr-honzrath.de